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ADHS-Diagnostik: Einblick in den Prozess und die Bedeutung der Selbstreflexion

Die Diagnose von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist ein komplexer Prozess, der darauf abzielt, die spezifischen Merkmale und Auswirkungen dieser neurologischen Erkrankung zu identifizieren.



In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf den Diagnoseprozess, die Rolle sozialer Medien und die Konsequenzen einer ADHS-Diagnose.


Der Weg zur Diagnose


Die ADHS-Diagnostik unterscheidet sich nicht grundlegend von anderen differentialdiagnostischen Verfahren. Der Fokus liegt jedoch speziell auf ADHS, wodurch sich der gesamte Prozess darauf konzentriert. Die klinisch-psychologische Diagnostik beginnt in der Regel mit einem umfassenden Erstgespräch, in dem Anamnese und Exploration erhoben werden. Parallel dazu erfolgt eine kontinuierliche Verhaltensbeobachtung.



Verhaltensbeobachtung: z.B. motorische Unruhe zeigt sich auf unterschiedlichste Art und Weise


Für die spezifische Erfassung von ADHS-Symptomen werden verschiedene Messinstrumente und Interviews eingesetzt. Im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenalter wird eine Fremdbeobachtung durchgeführt. Im Kinder- und Jugendalter erhalten oft Eltern und Lehrkräfte einen Fragebogen, um festzustellen, ob die Symptome auch in anderen Kontexten beobachtet werden können. Im Erwachsenenalter kann die Fremdbeobachtung auch über den Partner erfolgen.


Zeugnisse können Hiweise liefern


Die Voraussetzung für die Diagnosestellung ist der Nachweis, dass auffälliges Verhalten und die Merkmale von ADHS bereits im Kindesalter vorhanden waren. Hierbei können spezifische Fragebögen und auch schulische Beurteilungen wichtige Hinweise liefern.


Die Rolle der sozialen Medien


In der heutigen Zeit gewinnen immer mehr Menschen über soziale Medien Kenntnisse über ADHS. Viele erkennen sich in den Beiträgen und Beschreibungen wieder, was dazu führt, dass sie im Internet nach weiteren Informationen recherchieren. Menschen mit ADHS neigen oft dazu, ihre Symptome als normal zu betrachten und die Schwierigkeiten auf ihre eigene Person zu beziehen. Durch die Online-Recherche wird ihnen jedoch bewusst, dass diese Symptome nicht normal sind und eine Ursache haben können.


Recherche im Internet


Die Auseinandersetzung mit der ADHS-Symptomatik im Internet führt nicht zu einer bewussten Beschwerdeausweitung während der Diagnostik. Stattdessen wird den Betroffenen klar, in welchen Bereichen ADHS-Symptome vorliegen und welche Verhaltensweisen oder Gedanken mit der ADHS-Symptomatik in Verbindung stehen könnten.


Konsequenzen der ADHS-Diagnose


Die Diagnosestellung von ADHS kann unterschiedliche Konsequenzen haben. Es ist entscheidend sicherzustellen, dass es nicht zu einer Aggravation kommt, bei der Symptome bewusst verstärkt dargestellt werden, um eine bestimmte Diagnose zu erreichen. Die Validierung der Beschwerden sollte als Sicherheit für die Betroffenen dienen.


Medikamentöse Behandlung


Nach erfolgter ADHS-Diagnose eröffnen sich für die Betroffenen vielfältige Optionen. Diese reichen von medikamentöser Behandlung bis hin zur Beantragung verschiedener Unterstützungsleistungen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Diagnostik fachlich fundiert und bestmöglich abgesichert ist.


Insgesamt ist die ADHS-Diagnostik ein komplexer Prozess, der eine gute Zusammenarbeit zwischen Klienten, Angehörigen und Fachleuten erfordert. Die frühzeitige Erkennung und adäquate Unterstützung können den Weg zu einem besseren Verständnis und einem erfolgreichen Umgang mit ADHS ebnen.


Fotos Canva

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