4 Tipps um Dominanzgesten zu unterbrechen - Körpersprache richtig einsetzen

Aktualisiert: Apr 26

Wenn ich in meinen Seminaren über Körpersprache spreche, erzähle ich meistens von einem Treffen in einem kleinen Cafè. Von einem Mann, der nicht in einen Raum kommt, sondern erscheint.


Einen Mann, der mit seinen blauen Augen auf viele einschüchternd und auch mal arrogant wirkt. Nach außen strahlt er ein Selbstbewusstsein aus, wo man sich wünschen würde, nur wenige Prozent davon selbst zu haben. In Gegenwart dieses Mannes fühlte ich mich meist klein, unbeholfen und unwissend, wo ich doch sonst durchaus Selbstsicherheit ausstrahle.


Ich denke so eine Person kennt jeder von uns. Jemanden, von dem wir uns einschüchtern lassen und den wir vielleicht auch insgeheim auf einen Sockel stellen und bewundern möchten.


An diesem Tag im Cafè war er noch etwas überheblicher als sonst. Er merkte es nicht, vielleicht wollte er mir auch imponieren, ich weiß es nicht. Gleich zu Beginn des Gesprächs gab er sich als harter Geschäftsmann, dann folgte die Präsentation seines höheren sozialen Status, indem er mit jemanden vor mir beratend telefonierte. Seine gesamte Körpersprache zeigte eine gewisse Dominanz, doch diesmal war es einen Tick zu viel.


Ich fühlte mich planlos, worüber ich sprechen oder wie ich mich verhalten sollte. Während er noch telefonierte, verließ ich die Situation, ging auf die Toilette und stellte mich vor den Spiegel. Rückblickend war dies für mich der Wendepunkt in dieser Freundschaft, mich nervte dieses Gespräch. Ich ging mit dem Gedanken, dass das wahrscheinlich unser letztes Treffen gewesen sein wird wieder zum Tisch und veränderte unbewusst nur meine Körpersprache und innere Haltung.


Ich setzte mich auf meinen Stuhl, schlug meine Beine übereinander, lehnte mich entspannt nach hinten, meine Arme waren dabei in einer offenen Haltung, die Schultern streckte ich leicht nach hinten und mein Kopf war klar in aufrechter Position.


Die Dominanz und, teilweise wahrscheinlich, auch Arroganz, die ich jetzt ausstrahlte, war mir in diesem Moment nicht bewusst. Doch ich merkte, dass ich mich stark, nicht mehr klein, und wenn ich ehrlich bin, etwas gleichgültig ihm gegenüber fühlte. Ich spiegelte ihm in seiner Körperhaltung.


1. Begib dich auf das gemeinsame Niveau – spiegel seine Körperhaltung

2. Die innere Einstellung muss zur äußeren Körperhaltung passen

3. Strahle Ruhe aus

4. Halte den Blickkontakt



Plötzlich wurde er körperlich unruhig. Lehnte sich nach vor. Stellte seine Beine nebeneinander und wechselte verstärkt seine Körperhaltung. Er wirkte nervös und nicht mehr entspannt. Ich blieb ruhig und gelassen in meiner dominanten Körperhaltung. Und fühlte mich nicht mehr unterlegen.


Er verließ dann sehr rasch die Situation und schob einen Termin vor, den er wahrnehmen musste.


Auch heute noch setze ich manchmal bewusst meine Körpersprache bei diesem Mann ein, wenn ich merke nervös zu werden. Doch dies ist zum Glück nur mehr sehr selten notwendig.


Unterbrich mit den oben genannten 4 Schritten die Dominanzgesten deines Gegenübers und erlange dadurch sogar die Führung in der Situation.


Fotos: Pixabay

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